Rückblick 2018 – Ausblick 2019

Nach der erfolgreichen Saison 2018 steht bereits die nächste vor der Tür. Das Highlight im 2018 war natürlich die WM in Lettland, wo es mir nach dem 4. Rang in der Mitteldistanz, 5 Sek. neben dem Podest, bei der Langdistanz zur Bronzemedaille reichte. Diese erste Einzelmedaille an einer WM war ein überwältigendes Gefühl

Es ist eine schöne Aufgabe, meine Passion für den OL-Sport an Schulkinder weiter geben zu können. Im Herbst 2018 beim Besuch der Schule in Rümligen erwarteten mich interessierte SchülerInnen, welchen ich einen Einblick in die OL-Welt geben durfte, um anschliessend zuzuschauen, mit wieviel Engagement und Begeisterung sie den OL rund um ihr Schulhaus absolvierten. http://schule.ruemligen-kirchenthurnen.ch/fileadmin/user_upload/b_schuladmin/Aktivitaeten/2018/OL_La__uferin_Sabine_Hauswirth_an_der_Mittelstufe_August_2018.pdf

Besonders freute mich im November die Ehrung der Gemeinde Kirchenthurnen für meine „glänzende“ Saison. An diesem Abend konnte ich den Anwesenden mit einer Präsentation Einsicht in den OL-Sport geben, was auf reges Interesse stiess. Das Publikum staunte über die heutigen technischen Möglichkeiten der OL-Übertragung, vor allem über die Verfolgung der Wettkämpfer/Innen mittels GPS, was den Lauf für die Zuschauer viel spannender macht. Nun steht die Saison 2019 vor der Tür. Die Weltmeisterschaften werden in Norwegen ausgetragen und zum ersten Mal wird es «nur» Wald Disziplinen geben, denn neu wird alternierend jedes zweite Jahr eine Wald- oder eine Sprint-WM stattfinden. Deshalb liegt mein Fokus in diesem Jahr mehr auf den Walddisziplinen (Mittel, Lang und Staffel). Es gibt noch viel Arbeit bis zur WM, momentan befinde ich mich im Grundlagetraining.

Langlaufen im Gurnigel

Nach einer etwas ausgedehnteren Trainingspause im November wegen Knieschmerzen aufgrund eines Läuferknies bin ich kurz vor dem Jahreswechsel definitiv wieder ins Grundlage-Wintertraining eingestiegen. Vor Weihnachten habe ich den ersten Schnee genutzt, um meine verstaubten «Langlaufladli» wieder auszuführen und verbrachte dann über Neujahr eine gute Woche in der Wärme auf den Kanarischen Inseln. Das Training in der Wärme hat sowohl den Muskeln als auch dem Gemüt gut getan. Ich konnte den Umfang steigern, aber auch sehr abwechslungsreich trainieren, auf dem Velo, im Wasser, zu Fuss und zwischendurch gabs eine Abkühlung in unserem kalten Pool.

Kneippen im kalten Pool

Der Höhepunkt war aber der Longrun auf den Vulkan «El Teide» mit 3700 m ü.M. Der Weg war beeindruckend und führte über erstarrte Lavaströme, vorbei an alten Kratern und je höher man kam, desto dünner wurde die Luft, die Schritte schwerer und das Tempo langsamer… Die Aussicht war aber grandios und rechtfertigte kleine Laufpausen, wenn die Puste ausging;-)…

Grandiose Aussicht beim Longjogg auf den Teide

Lavaformationen

Zurück in der Schweiz stand der Winter-OL (früher Effretiker-OL) in Bäretswil auf dem Programm und dieser wurde seinem neuen Namen absolut gerecht! Bei einem halben Meter Schnee und regem Schneegestöber kämpften ich mich durch die weisse Masse und wählte die Routen nicht nach der kürzesten Distanz, sondern nach der geringsten Schneemenge auf dem Weg.

Winter-OL in Bäretswil

Besonders Spass machte die Staffel zusammen mit den Jugend- und Junioren-LäuferInnen am Nachmittag. Dank einer super Vorlage meiner Teamkollegen/innen durfte ich mit einem grossen Vorsprung auf die letzte Strecke und wir konnte anschliessend einen gemeinsamen Sieg feiern.

OL-Trainings in der Region Schaffhausen

Vergangenes Wochenende reiste ich in die Region Schaffhausen, um dort zwei OL Trainings zu absolvieren und anschliessend direkt ins Goms, um die Langlaufskis noch etwas zu nutzen. Die Schneemassen werden wohl noch länger liegen bleiben, doch schon bald geht es ab dem 10. Februar wieder eine Woche an der Wärme. In Alicante soll meine OL-Grundtechnik wieder auf vordermann gebracht werden. Die Küstenwälder mit vielen Hügelformationen eignen sich dazu perfekt.

Die Kurve gerade noch gekriegt und zurück auf EM-Kurs!!!

Funkstille und Schluss mit Laufen für gut zwei Monate. Ende Januar bekam ich die Diagnose Stressfraktur III. Grades im rechten Fusswurzelknochen (os naviculare), die Vorstufe von einem Ermüdungsbruch.

Von einem Tag auf den andern war Schluss mit Lauftraining und dies nach einer tollen Trainingszeit in Südafrika und der erneuten Teilnahme und dem Gewinn der Big5-O-Week 2017/2018


Training in Südafrika

Eine kurze Pause, dann umstellen auf Alternativtraining und ausprobieren welche Trainingsformen ohne Schmerzen möglich sind. Langlaufen ging gar nicht, Velo und Aquajogging hingegen schon, doch lange hielt ich das viele Indoor Training nicht aus, trotz den Olympischen Spielen die bei einem 2,5 Stunden Training auf der Rolle super Unterhaltung boten. Ich verlegte das Velofahren so oft wie möglich nach draussen und fror mir bei eisigen Temperaturen Hände und Füsse ab, was aber immer noch besser war als in der stickigen Hallenbad- oder Fitnessraumluft zu trainieren!!! Dann kam das Trainingslager in Spanien. Das Ziel war dort, wieder langsam ins Lauftraining einzusteigen, jedoch verbrachte ich die meiste Zeit auf dem Velo. Die Temperaturen waren etwas angenehmer als in der Schweiz doch der Wind fegte mich oft fast aus dem Sattel und anstatt Sonne hatte ich mehrheitlich Regen… Die ersten Laufversuche waren vielversprechend, doch dann ein Rückschlag, erneut 3 Wochen kein Lauftraining und langsam verlor ich meinen Optimismus doch noch rechtzeitig bis zur EM wieder einsatzfähig zu sein…


Training auf dem Anti Gravity Laufband

Der nächste Lauftrainingsaufbau machte ich auf dem Alter-G, einem Anti-Gravity Laufband bei dem man wie in einem Luftballon eingepackt ist und so einstellen kann wieviel Prozent des eigenen Körpergewichtes auf den Boden aufschlagen soll. Endlich war der Verlauf positiv. An den EM-Selektionsläufe war ich jedoch noch nicht soweit um Wettkämpfe bestreiten zu können, die EM rückte näher und ich wurde ungeduldiger. Erst Mitte April konnte ich endlich wieder OL-Trainings absolvieren und im EM-Trainingslager die ersten Wettkampftests im Gelände durchführen. Und es gelang erstaunlich gut, ein grosses Aufatmen und plötzlich wieder viel Optimismus, jetzt musste ich gar aufpassen, es nicht übertreiben zu wollen und versäumtes aufzuholen.


Velotraining

Vergangenes Wochenende lief ich meinen ersten Wettkampf (Regionaler Lauf im Tessin) seit der Verletzungspause und bin nun bereit für die EM. Die Freude doch noch am Start stehen zu dürfen ist riesig und wie meine Form tatsächlich ist wird sich zeigen. Ich hoffe natürlich auf viele Schweizer ZuschauerInnen die uns lautstark unterstützen kommen. Meine beiden EM Einsätzen sind über die Mittel- und Langdistanz: 8.5. Mitteldistanz Qualifikation (Carona) 9.5. Mitteldistanz Final (Monte San Giorgio) 13.5. Langdistanz (Capriasca) EM-Webseite

Die letzten Highlights der Saison 2017

Weltcupfinale Grindelwald
Berge, Wetterglück, alpines Gelände und Heimpublikum, das Weltcupfinale in Grindelwald hatte alles zu bieten was mein Herz begehrt und mit dem 3. Rang im Gesamtweltcup machte ich mir selbst ein Geschenk zum Saisonende. Es lief aber nicht alles ganz so locker wie es sich anhört. Die Langdistanz am Freitag war ruppig und «tough», besonders der Überlauf und der Zieleinlauf bei der Mittelstation Bort der Firstbahn hatten es in sich, da konnte man auf keinen Fall nur marschieren, wenn einem so viele Zuschauer zuriefen und applaudierten! Ich hatte vor allem Spass an den Downhillpassagen, jene auf Gras bin ich auf dem Hosenboden runtergerutscht und konnte mir so wohl den Muskelkater in den Oberschenkeln ersparen, dafür brauche ich nun neue Hosen ;-)…


Uphill Zieleinlauf bei der Firstbahn Mittelstation Bort, Foto: Rémy Steinegger

Mit dem zweiten Rang mit einem Rückstand von 1’26 auf den Sieg, war ich überglücklich, denn so lag ich vor dem letzten Rennen im Gesamtweltcup auf dem Podest und bekam die Möglichkeit, dieses auch im letzten Wettkampf, der Mitteldistanz am Samstag, zu verteidigen. Dass ich am Samstag in der Mitteldistanz nicht vorne mithalten konnte, hatte mehrere Gründe. Frauen sprechen nicht oft darüber, aber wenn du an einem Wettkampftag neben der physischen und technischen Anstrengung auch noch mit Periodenschmerzen kämpfen musst, fühlt sich der Wettkampf noch einmal härter an als sonst. Das ist jedoch keine Ausrede für die Fehler, welche ich zu Posten 1 und 8 beging und die falsche Routenwahl zu Posten 5, da habe ich einfach nicht präzise Karte gelesen. Obwohl ich von Tove und Natalia aufgeholt wurde, konnte ich den Speed mitgehen und am Ende im Downhill zum Ziel sogar noch eine Lücke aufreissen. Im Ziel war die Enttäuschung über den 13. Schlussrang sehr gross und ich war überzeugt, dass ich auch den 3. Platz im Gesamtweltcup verloren hatte… Umso grösser war die Freude, als ich erfuhr, dass es dennoch reichte.


3. Rang Gesamtweltcup 2017, Foto: Sven Alexandersson

Die Sprintstaffel am Sonntag sollte der krönende Abschluss werden, doch es kam alles anders… wegen einem falschen Posten auf der 2. Strecke durfte ich meinen Staffelkollegen nicht ablösen und musste zusehen wie er ins Ziel sprintete, ohne dass jemand auf ihn wartete. Das Schweizerteam bewies seine Stärke, indem sich Schweiz 2 souverän den 3. Rang holte und es somit doch noch einen Schweizer Podestplatz gab, welchen das fantastische Fan-Publikum bejubelte herzliche Gratulation!!! Ich war nach der Enttäuschung froh, dass ich die Strecke doch noch absolvieren durfte und mir mit der Schwedin Tove Alexndersson (Schweden 1 wurde ebenfalls disqualifiziert) sogar ein Prestigeduell liefern konnte. Die ganze Atmosphäre war herrlich an allen drei Tagen, die enthusiastischen Fans, die uns lautstark anfeuerten, die spannenden Bahnen und das wunderschöne Wetter. Herzlichen Dank an die Organisation und alle, die bei diesem perfekten OL-Wochenende mitgewirkt haben!!!


Super Stimmung und viele Zuschauer am Weltcupfinal, Foto: Rémy Steinegger


25manna Staffel Schweden
Nach diesem aufregenden Wochenende folgte die 25manna Staffel in Schweden. Wie der Name sagt, starten pro Team 25 Läuferinnen und Läufer, von jung bis alt, alles gemischt und in einer ganz speziellen Form. Die ersten beiden Strecken sind Einzelstrecken, anschliessend laufen auf den Strecken 3-7 jeweils 4 Personen und die Läufer der Strecke 23 dürfen erst in den Wald, wenn alle 4 Läufer der Strecke 7 zurück sind. Um diese Staffel zu gewinnen, braucht ein OL-Verein viele gute Athleten und Athletinnen in jedem Alter. Wir hatten Pech, dass unser Startläufer seine SI-Card (Zeitmessungschip) verlor und beim Suchen wertvolle Zeit einbüsste. Zum Glück fand er ihn wieder und konnte das Rennen fortsetzen. Auf einer späteren Strecke funktionierte ein Kompass nicht, das ist in diesem detaillierten, flachen Gelände eine grosse Erschwerung. Nach der Startstrecke belegten wir Rang 100, konnten uns aber bis zum Schluss noch auf Rang fünf vorarbeiten und somit die Staffel versöhnlich abschliessen.


Mit Halden SK an der 25manna, Foto: Jens Erik Mjølnerød



Trainingslager Tessin
Zurück in der Schweiz erwartete mich ein weiteres Trainingslager im schön herbstlich gefärbten Tessin.


Herbstliches Tessin, Foto: Lukas Frei

Die Motivation war hoch, für die EM 2018 möglichst viel Trainingskilometer in diesem steilen Gelände zu sammeln. Zudem musste ich an einer neuen Downhill-Technik arbeiten, konnte ich doch wegen der vielen Kastanien nicht mehr auf dem Hosenboden runter rutschen wie noch vor zwei Wochen in Grindelwald;-)…


Sonnenuntergang nach dem Training auf dem Motto d’Arbino


Nationaler Saisonabschluss Rigi
Mit zwei Siegen am vergangenen Wochenende auf der Rigi konnte ich auch die Nationale Saison erfolgreich abschliessen. Das Gelände hatte viele interessante und technisch anspruchsvolle Teile zu bieten. Speziell der Sprint am Samstag in den Felslabyrinthen rings um die Haltestelle Rigi-Kaltbad war ein Highlight der Extraklasse. Die haushohen Felsen wechselten sich mit schnellen Wiesenabschnitten, Waldteilen und einer Minigolfanlage ab. Dass die Bahn mehrheitlich Downhill war kam mir entgegen, forderte aber auch Disziplin, dass zuerst die Karte verstanden werden musste um nicht neben dem Posten vorbeizurennen.


Sprintkarte Rigi Kaltbad


Postenstandort zwischen den hohen Felsen

Der Wintereinbruch am Sonntag brachte eine feine weisse Decke, welche die steilen Hänge in eine Rutschbahn verwandelte und die Läufer und Läuferinnen dazu brachte, sich mit Thermoshirt, Jacke, Mütze und Handschuhen auszurüsten. Bericht Samstag, Rangliste Bericht Sonntag, Rangliste Nun freue ich mich noch auf den letzten Wettkampf vor dem Winterschlaf. Ich werde nächsten Sonntag wieder den Luzerner Halbmarathon bestreiten.

Weltmeisterschaften 2017

Die Up and Down’s der WM in Estland

Nach der hart erkämpften Bronzemedaille in der Sprintstaffel folgte die Ernüchterung im Wald mit dem 8. Rang in der Langdistanz und den 14. Rang über die Mitteldistanz. Mit einer guten Schlussstrecke im abschliessenden Staffelrennen, in welchem ich unser Team vom 7. auf den 4. Rang brachte, gelang es mir doch, eine ansprechende Leistung im Wald zu zeigen und die WM versöhnlich abzuschliessen!

Die Weltmeisterschaft in Estland hätte mit der Bronzenmedaille in der Sprintstaffel nicht besser starten können!


Bronzemedaille in der Sprintstaffel mit Elena Roos, Florian Howald und Martin Hubmann v.l.

Nachdem ich auf der Leinwand kurz vor meinem Start den Fehler meines Vorläufers (Martin Hubmann) mitverfolgen konnte, wusste ich, dass noch vieles möglich war und es gab mir zusätzlich die Bestätigung, dass ich «einfach nur» gut OL machen musste… Die ersten Posten in den Burgruinen von Viljandi erwischte ich optimal, so war meine Aufholjagt lanciert, dass ich aber noch bis auf den 3. Rang laufen konnte, glaubte ich erst im Ziel so richtig, als mich mein Staffelteam erwartete.


Zieleinlauf Sprintstaffel

Das langersehnte Langdistanzrennen, wo ich mindestens um ein Diplom kämpfen wollte, begann vielversprechend. Beim 4. Posten lag ich sogar noch auf Medaillenkurs, doch dann begannen die Unsicherheiten. Meine Entscheidung, auf der Route zum 5. Posten über die Wiese zu schneiden, war ein Kapital-Fehler, neben dem Zeitverlust von einer Minute verlor ich im bauchhohen Gras auch noch viel Energie.


Schlechte Routenwahl von Posten 4 zu Posten 5


Fortan hatte ich v.a. bei längeren Abschnitten Mühe, eine gute Linie zu finden und diese mit Zug umzusetzen. So kamen weitere Minuten dazu und im Ziel reichte es «nur» für einen 8. Rang, das Diplom lag 31 Sekunden vor mir… Die Enttäuschung über den 8. Platz war nach 88 Minuten Kampf im estnischen Tschungel dementsprechend gross. Die Vorfreude auf die Mitteldistanz in Vitipalu war nach der Langdistanz umso grösser. An der Physis lag es nicht, ich hatte mich von dem «Long» sehr gut erholt, doch dies spielte in diesem sehr schwierigen wirklich weltmeisterschaftswürdigen Gelände keine Rolle, hier galt es viel mehr, die Technik unter Kontrolle zu halten. Erneut gelang mir ein guter Start, doch bei Posten 6 schlich sich der erste Fehler ein und fortan hatte ich nicht die nötige Ruhe, genügend Zeit in das Kartenlesen zu investieren…


Ein paar «Böglein» zuviel!

Meine Beine rannten schneller als der Kopf Kartelesen konnte und so summierten sich die Fehler. Der 14. Schlussrang war enttäuschend, doch das Orientieren in diesem absolut genialen Gelände war pure Freude:-)… Die Begeisterung für das Staffelrennen am nächsten Tag im gleichen Gelände war dementsprechend hoch. Die Wartezeit in der Quarantäne, welche sich am Rande der Arena befand, zog sich hin. Via Speaker konnten ich das Männerrennen und den Start des Frauenrennens mitverfolgen. Elena Roos übergab an 6. Stelle an Julia Gross, welche mich auf Rang 7 endlich in den Wald schickte.


Kartenübergabe von Julia Gross an mich.

In diesem Rennen fand ich nun die richtige Mischung aus hohem Speed und der nötigen Ruhe zum Kartenlesen. So konnte ich unser Team noch auf den 4. Schlussrang bringen und den Zuschauern einen Sprint-Zieleinlauf bieten;-)… Video vom Zieleinlauf Die WM brachte also doch noch ein versöhnliches Ende mit dem angestrebten Staffeldiplom. Danke meinen Staffelkolleginnen Elena und Julia, es war kein einfaches Unterfangen, ohne die Erfahrungen der Mitteldistanz in diesem sehr anspruchsvollen Gelände die Posten sauber anzulaufen. Es fühlte sich teilweise fast wie Nacht-OL an, wenn du 50 Meter zuvor noch genau gewusst hattest, wo du bist, konnte es 50 Meter später ganz anders aussehen. In dem unübersichtlichen Grün sind die Geländeformen schwer zu erkennen und wenn man nicht präzise auf jedem Hügel/Senke mit der Richtung arbeitete, konnte man schnell verloren gehen… An dieser Stelle danke ich unseren Trainern (Vroni, Pädi, Andrea und Fran?ois) dem Physio und dem Arzt (Manu und André), ganz herzlich für ihre riesige Arbeit und ihren unermüdlichen Einsatz auch schon während der ganzen Vorbereitungszeit. Ihr habt mir ein professionelles Umfeld ermöglicht und die bestmöglichen Bedingungen geschaffen!!! Aber auch den Fans aus der Schweiz, die uns in allen Rennen lautstark unterstützten, gilt ein ganz herzlicher Dank!!! Die Anfeuerungen in den Zuschauerpassagen und die Anerkennung der Leistungen halfen mit, die Motivation hoch zu halten.


Zuschauer und Fans an der Sprintstaffel

Und nicht zuletzt möchte ich meinen Sponsoren: Probst Belp, Sabe Fanclub, Sporthilfe, die Mobiliar Generalagentur Belp, s-sport, Beatrice Aeschlimann (für die vielen Massagen), Sponser Sportfood, der ol norska sowie meinem Arbeitgeber OCAD AG herzlich für die Unterstützung danken, die es mir ermöglicht, den OL-Sport professionell zu betreiben. Estland mit seinen Wäldern und Weiten war eine herausfordernde Erfahrung, nun lockt nächstes Jahr Lettland und die Erwartung auf ein Einzelrennen-Diplom bleibt bestehen. Baltikum, ich komme wieder!

Nach der WM 2016 hinein in die Herbstsaison

Ein Bericht über die WM in Schweden und wie es sich als Betreuerin an der Duathlon Langdistanz WM (Powerman Zofingen) anfühlte, sowie von einem frustrierenden Meisterschaftswochenende in der Ostschweiz.

Kaum hat sie angefangen war sie auch schon vorbei! Die WM-Vorbereitung dauerte mehr als zwei Jahre und nach 5 Tagen war bereits alles vorbei. Ich war so erfolgreich wie noch nie, durfte in drei Disziplinen (Mittel, Lang und Staffel) an den Start und lief in jedem Wettkampf unter die Top 10. Doch so richtig zufrieden bin ich damit nicht, denn das angestrebte Einzeldiplom habe ich 2x knapp verpasst und dann verpassten wir auch noch die Staffel-Medaille… Nach dem knapp verpassten Diplom über die Mitteldistanz wollte ich in der Langdistanz nochmals alles daran setzen es diesmal zu schaffen, doch bereits auf der langen Teilstrecke zu Posten zwei verlor ich durch eine schlechte Routenumsetzung viel Zeit und somit auch das Diplom…


Karte und Route meiner Langdistanz.

Es folgte zum Abschluss noch die Staffel und obwohl ich eine solide Leistung zeigte verlor ich deutlich Zeit. Dies auch weil ich fast das ganze Rennen alleine unterwegs war und zum ersten Posten die längste Gabelung hatte, bei welcher ich den Anschluss zur Gruppe bereits verlor. Während Russland und Finnland aufgrund gleicher Gabelungsposten zusammenspannen konnten kämpfte ich mich alleine durch und war im Ziel auch entsprechend enttäuscht über den Rückstand den ich mir eingehandelt hatte. Leider erwischte auch Schlussläuferin Judith Wyder nicht den besten Tag und somit resultierte der undankbare 4. Rang. Die WM war wieder einmal voll gespickt von Emotionen und ich möchte mich bei meinen Teamkolleginnen, bei den TrainerInnen und bei allen die mitgefiebert und mich unterstützt haben herzlich bedanken!!!


Ein grosses DANKESCHÖN an Alle die mich Unterstützt haben!!!

Duathlon Langdistanz WM als Betreuerin
Anfangs September war ich für einmal nicht als Athletin, sondern als Betreuerin an einem Wettkampf. Ich begleitete Rolf am Powerman Zofingen, der diesjährigen Duathlon Langdistanz WM und war für die Verpflegung und Unterstützung vor und während dem Rennen zuständig. Für mich war das eine neue Erfahrung, am Streckenrand zu stehen mit einem Bidon in der Hand und wartend bis Rolf vorbeikam. Ich war nervös, sogar mehr als bei einem eigenen Wettkampf, denn ich konnte nicht kontrollieren was passiert und war irgendwie etwas hilflos am Strassenrand. Dann kam auch noch die Meldung, dass Rolf auf dem Velo gestürzt sei aber weiterfahre. Ich machte vorsichtshalber die Ersatzräder bereit und überlegte mir wo ich eine Taschenapotheke hätte… Glücklicherweise war der Sturz nicht zu schlimm und das Velo ganz geblieben, so dass er den Wettkampf fortsetzen konnte. Ich machte mich auf den Weg zur Verpflegungsstation auf der 30 km Laufstrecke, welche nach 10 km Laufen und 150 km auf dem Velo eine harte Nuss war. Auch wenn Rolf nicht mehr ganz so schnell vorwärtskam wie er sich das wünschte, kämpfte er sich Meter für Meter Richtung Ziel und als er dort, nach 6:51.32 auf dem hervorragenden 8. Platz einlief war ich erleichtert und ziemlich geschafft;-)…


Rolf auf dem Velo, noch vor dem Sturz.

Was unsere Coaches jeweils leisten und durchmachen konnte ich an diesem Tag selbst miterleben und ziehe meinen Hut! Für mich zumindest ist es viel einfacher selbst den Wettkampf zu absolvieren und somit die volle Kontrolle zu haben;-)…

Nun ist die Herbstsaison bereits voll im Gang und wird Mitte Oktober mit dem Weltcupfinal in Aarau abgeschlossen. Ein etwas weniger grosses Highlight war das vergangene Meisterschaftswochenende. Dass schweizer Mittellandwälder nicht mit den skandinavischen Traumwäldern mithalten können war von Anfang an klar, dass es aber ein 530 m langer Zieleinlauf, Downhill auf Asphalt geben würde, hätte ich eher von einem Strassenlauf als von einem OL erwartet… Mir gelang zudem nicht gerade eine Topleistung, v.a. im Anfangsteil des Laufes, wo es um’s Orientieren ging, beging ich zwei grobe Fehler und verlor über 3’, welche ich trotz physisch guter Form auf der zweiten Hälfte der Bahn nicht mehr wett machen konnte. Es resultierte der undankbare 4. Platz.


Kartenausschnitt der Mitteldistanz vom 10.9.2016

An der Lang-SM vom Sonntag hatte ich meine Orientierungstechnik für das schweizer Mittelland wieder besser im Griff, doch wiederum reichte es nur für den 4. Platz. Diesmal wurde mir der Posten 13, welcher auf der Karte ein Fels und im Gelände der Posten mit der Nummer 39 war, zum Verhängnis! Auf der Postenbeschreibung stand nämlich, dass es sich um einen Wurzelstock mit der Postennummer 37 handle und weil ich gewissenhaft die Postennummern kontrolliert hatte bemerkte ich sofort, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Weil ich nicht wusste wie reagieren und mich nicht durch einen falsch quittierten Posten disqualifizieren wollte, machte ich mich auf die Suche nach dem Posten mit der Nummer 37, den ich aber auch nicht finden konnte. So blieb mir am Ende nichts anderes übrig als weiter zu rennen. Die verlorene Zeit betrug 2:20 und kostete mich den 2. Schlussrang, sehr ärgerlich so etwas!!! Trotzdem einen Dank an die Organisatoren, es ist bestimmt nicht einfach solch einen Anlass auf die Beine zu stellen und es braucht viel Zusatzengagement und Freiwilligenarbeit, die ich als Athletin sehr zu schätzen weiss. Nun schaue ich aber nach vorne und freue mich auf das Trainingslager in Estland Ende September.